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Digitalisierung

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Meine Kolumne «Kantonsrat» in der Andelfinger Zeitung.

Digitalisierung

Wir leben bereits in einer stark digitalisierten Welt. Statt in Bibliotheken zu gehen, nutzen wir das Internet. Dank der elektronischen Vernetzung können wir trotz Pandemie und Lockdown die Wirtschaft in Gang halten. An der ETH werden seit Frühjahr die physischen Vorlesungen durch Zoom ersetzt. Studierende schalten sich aus Griechenland, Indonesien oder den USA zu. Homeoffice hat seinen Siegeszug angetreten. Noch vor einem Jahr wäre all dies nicht möglich gewesen. Die Nutzung dieser Möglichkeiten durch uns alle erweitert und verbessert die Online-Angebote. Wir sind die Treiber dieser Entwicklung, jeder ist auf seine Art Mitgestalter einer grundlegenden Veränderung unserer Gesellschaft und Wirtschaft durch digitale Prozesse.

Die industriellen Prozesse wandeln sich stetig. Es entstehen neue Geschäftsmodelle, alte erweisen sich als überholt, müssen angepasst werden. Das gilt auch für die Berufe, es entstehen neue, alte verschwinden fast ganz, jeder ist über kurz oder lang mit digitalen Angeboten und Instrumenten konfrontiert. Alle Branchen werden vom technologischen Wandel betroffen sein. Der Verlust von bestehenden Arbeitsplätzen und Berufsfeldern flössten Teilen der Bevölkerung Respekt vor der Digitalisierung ein. Dennoch: Gesellschaft wie Wirtschaft sind die Treiber dieser Entwicklung.

Um die Chancen der Digitalisierung zu nutzen, müssen wir Innovation zulassen. Auf die neuen Entwicklungen mit Verboten zu reagieren, ist sinnlos. Die Gesetze müssen sich der Digitalisierung anpassen, nicht umgekehrt. Es braucht keine am Reissbrett geplante Digitalisierungs- oder Industriepolitik. Dies ist auch gar nicht möglich, denn der technologische Fortschritt ist viel dynamischer, als die Regulierungstätigkeit des Staates je sein kann. Auf­gabe des Staates ist es lediglich, die Rahmenbedingungen so festzulegen, dass der Fortschritt nicht behindert, sondern von den Behörden unterstützt wird. Es gilt, gesetzliche Hürden zu beseitigen und keine neuen aufzubauen.
Die Schweiz ist bestens positioniert, um mit ihrem hervorragenden Bildungssystem und starken Kapitalmarkt das enorme Potenzial der Digitalisierung zu ihren Gunsten zu nutzen. Wir müssen auf wissensbasierte Exzellenz setzen, nur so bleiben wir wettbewerbsfähig. Doch wenn die Schweiz Innovation zulässt, ihre Stärken ausspielt und sich unter den Digitalisierungsweltmeistern positioniert, profitieren wir alle von der Digitalisierung.

Die Schweiz hat dank Offenheit und ihrer globalen Anbindung die besten Voraussetzungen, um ein über die nationalen Grenzen hinaus erfolgreicher Hub der Digitalisierung zu werden. Innovative Ideen, welche den Bedürfnissen des Marktes entsprechen, suchen sich immer einen Weg. Lassen wir den Fortschritt zu. Ein grundlegendes Marktprinzip erhält durch die Digitalisierung neuen Auftrieb: bessere Qualität dank Wettbewerb. Das Internet verbessert durch Transparenz zum Produktangebot, Produktvergleiche und Produktbewertungen die Kundeninformation. Gleichzeitig haben Anbieter durch diese Transparenz neue Möglichkeiten, Produkte auf die Bedürfnisse der Konsumenten abzustimmen. Diese Entwicklung bietet grosses Potenzial, um staatliche Regulierung abzubauen und die Selbstregulierung durch den Wettbewerb zu stärken.

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